Wer kann sich privat krankenversichern?
Drei Personenkreise haben Zugang zur PKV: Beamte und Beamtenanwärter mit Beihilfe-Anspruch vom Dienstherrn, Selbstständige und Freiberufler ohne Einkommens-Mindestgrenze sowie Angestellte mit Brutto-Jahreseinkommen über der Versicherungspflichtgrenze (JAEG 2026: 73.800 Euro). Studierende unter 30 können nach Ende der studentischen Pflichtversicherung in die PKV wechseln.
Familien-Mitversicherung wie in der GKV gibt es nicht — jede Person zahlt einen eigenen Beitrag, dafür entfallen Einkommens-Aufschläge. Für Beamte aus Landtag und Ministerien rund um die Königstraße ist die PKV mit Beihilfe-Komponente fast immer die wirtschaftlich passende Wahl; für Selbstständige hängt es von Alter, Familiensituation und Liquiditätspolster ab.
Worauf es bei der Tarif-Wahl ankommt
Leistungskatalog. Ambulanter Bereich: Heilpraktiker, Sehhilfe, Auslands-Schutz. Stationärer Bereich: Ein-Bett- oder Zwei-Bett-Zimmer, Wahlarzt (Chefarztbehandlung), Krankenhaus-Tagegeld. Zahnbereich: Prozent-Erstattung für Zahnersatz, Implantate, Kieferorthopädie. Diese Bausteine entscheiden über Beitrag und Leistungsumfang — ein Tarif mit voller Zahn-Klausel und Wahlarzt kostet im Alter spürbar mehr als ein Basis-Tarif, bietet aber im Leistungsfall einen anderen Versorgungsstandard.
Selbstbehalt. Ein jährlicher Selbstbehalt (typisch 300 bis 1.500 Euro) reduziert den Monatsbeitrag deutlich. Sinnvoll für gesunde Selbstständige mit Liquiditätspolster; weniger sinnvoll für Familien mit chronisch erkranktem Kind. Der Selbstbehalt zählt nur für ambulante und stationäre Leistungen, Vorsorge-Untersuchungen sind in der Regel ausgenommen.
Beitragsentlastung im Alter. Mit einem Beitragsentlastungs-Tarif (BET) sparen Sie während der Erwerbsphase einen festen Betrag, der ab Renteneintritt den Beitrag mindert. Sinnvoll für Beamte und Selbstständige, die wissen, dass im Alter kein Arbeitgeber-Anteil mehr greift. Wir rechnen die BET-Wirkung parallel zur Tarif-Auswahl durch.
PKV im Zusammenspiel mit anderen Bausteinen
Selbstständige sollten die PKV mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung und einem Krankentagegeld-Baustein kombinieren. Der Krankentagegeld-Baustein überbrückt die ersten Wochen einer längeren Erkrankung, die BU greift ab dem siebten Monat dauerhafter Berufsunfähigkeit. Ohne Krankentagegeld klafft eine Einkommenslücke zwischen Tag 1 und Eintritt der BU-Leistung. Familien mit Kindern denken zusätzlich die Risikolebensversicherung mit, weil die PKV im Todesfall keine Hinterbliebenen-Leistung kennt.
Beratungs-Ablauf in Stuttgart
Im 30-minütigen Erstgespräch klären wir Ihren Personenkreis (Beamter, Selbstständiger, Angestellter), Familiensituation und Einkommens-Verlauf. Falls Vorerkrankungen vorliegen, starten wir mit anonymer Risikovoranfrage über mehrere Gesellschaften. Erst nach Vorliegen der Annahme-Entscheidungen besprechen wir Tarif-Optionen, Selbstbehalt-Strategie und Beitragsentlastung. Die formale Antragstellung erfolgt digital oder im Bürositz Rotebühlplatz 5. Nach Vertragsabschluss begleite ich Bestandsthemen wie jährliche Beitrags-Anpassung, Tarif-Wechsel im Bestand (§ 204 VVG) oder Mitversicherung von Kindern. Eine Übersicht der acht Sparten zeigt, wie die PKV sich in den Gesamt-Schutz einfügt — und das Erstgespräch sortiert die Reihenfolge nach Ihrer konkreten Situation.
