Beihilfe-Logik in Baden-Württemberg
Die Beihilfe ist eine Fürsorge-Leistung des Dienstherrn, die einen prozentualen Anteil der medizinisch notwendigen Krankheits-Kosten übernimmt. In Baden-Württemberg liegt die Standard-Quote bei 50 % für aktive Beamte; sie steigt mit Kinderzahl und erreicht 70 % im Ruhestand. Der nicht-beihilfefähige Rest muss privat versichert werden — entweder über einen Restkosten-PKV-Tarif (Standard) oder über eine freiwillige GKV-Mitgliedschaft (in der Regel teurer).
Restkostentarif — Tarif-Wahl mit Beihilfe-Konformität
Der Restkostentarif ist auf den Beihilfe-Leistungskatalog abgestimmt. Wichtig sind: Heilpraktiker-Leistungen analog BVO BW, Wahlarzt-Klausel im stationären Bereich, Zahnersatz-Höchstsätze über GOZ-Sätze hinaus, Auslandsreise- Krankenschutz, Krankentagegeld-Baustein für Aktiv-Phase und die Tarif-Konvertierungsregel beim Übergang in den Ruhestand. Die individuelle Bedarfsanalyse bringt Beihilfe-Kategorien und Tarif-Bausteine zusammen.
Tarif-Vergleich aus mehreren Gesellschaften — was wir prüfen
Tarif-Auswahl aus mehreren Versicherungsgesellschaften für Privat und Gewerbe ermöglicht uns einen Vergleich mehrerer Beihilfe-Tarife. Wir prüfen: Beitragsstabilität der letzten 10 Jahre, Altersrückstellung-Höhe, Tarif-Wechsel-Optionen innerhalb des Versicherers (§ 204 VVG), Beihilfe-Lücken bei Heilpraktiker und Sehhilfen, Zahnersatz-Höchstsätze sowie Krankentagegeld-Bausteine für die Karenzzeit. Eine Risikovoranfrage zeigt vor dem offiziellen Antrag, ob alle in Frage kommenden Gesellschaften ohne Risikozuschlag annehmen würden.
GKV-Alternative — wann sie ausnahmsweise sinnvoll ist
Die freiwillige GKV ist für Beamte selten wirtschaftlich, weil die Beihilfe trotz GKV-Mitgliedschaft nur 50 % deckt und der GKV- Beitrag voll selbst zu tragen ist. Sinnvoll sein kann sie nur in Ausnahmen: bei nicht-versicherbaren Vorerkrankungen, sehr großer Familie mit beihilfeberechtigten Kindern, oder bei späterem PKV-Wechsel im fortgeschrittenen Alter mit hohen Beiträgen. Wir prüfen das individuell und schätzen die 20- und 40-Jahres- Hochrechnung beider Optionen.