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Ratgeber·Altersvorsorge

Versicherungs-RatgeberRürup oder Riester für Selbstständige — was rechnet sich.

Selbstständige in Stuttgart zwischen Rürup und Riester — Steuerlogik, Förder-Bedingungen, Vererbungs-Aspekte und welche Schicht-1- oder Schicht-2-Vorsorge sich konkret lohnt.

D-G6Q0-5JGKL-48Vermittlerregister§34d Abs. 1 GewO· IHK Region Stuttgartseit 15.02.2020· ~600 Mandanten

Rürup vs Riester für Selbstständige · Symbolbild

Ebubekir AsciRürup · Riester · Selbstständige · Altersvorsorge · StuttgartAltersvorsorge

Das Wichtigste in Kürze

Selbstständige in Stuttgart können Rürup (Basisrente, Schicht 1) und Riester (Schicht 2) nutzen — wobei Riester für Selbstständige nur über mittelbare Förderung durch den Ehepartner funktioniert. Rürup-Beiträge sind 2026 zu 96 Prozent steuerlich absetzbar bis zum Höchstbeitrag von 27.566 Euro. Beratung erfolgt nach §61 VVG, Provision in der Prämie enthalten.

Selbstständige in Stuttgart und das Altersvorsorge-Problem

Die IHK Region Stuttgart zählt in ihrem Wirtschaftsbericht regelmäßig über 80.000 selbstständige Tätigkeiten in Stadt und Region — von Einzel-Unternehmern im KMU-Maschinenbau über IT-Berater im Vaihinger Software-Cluster bis zu Freiberuflern in den Kanzlei- und Praxis-Clustern an der Hospitalstraße und am Charlottenplatz. Die meisten dieser Selbstständigen sind nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung — und damit selbst für die Altersvorsorge verantwortlich.

Das Spannungsfeld ist klar: Einerseits bietet die Selbstständigkeit hohe Flexibilität und steuerliche Gestaltungs-Optionen, andererseits fehlt die Pflicht-Beitragszahlung in die DRV. Die staatliche Rente entfällt für viele Selbstständige damit als tragende Säule der Alterssicherung — die zweite Säule (betriebliche Altersvorsorge) ist für Unternehmer-Selbstständige meist nicht zugänglich. Bleibt die private Vorsorge in den Schichten 1 (Rürup), 2 (Riester) und 3 (private Rentenversicherung).

Rürup — die Schicht-1-Lösung für Selbstständige

Rürup, offiziell „Basisrente", wurde 2005 mit dem Alterseinkünfte-Gesetz eingeführt. Die Konstruktion ist klar: Beiträge sind als Sonderausgaben absetzbar, die spätere Rente wird nachgelagert besteuert. Für 2026 sind 96 Prozent der Beiträge bis zum Höchstbeitrag von 27.566 Euro (Ledige) oder 55.132 Euro (Verheiratete) absetzbar.

Die Steuerlogik im Detail

Ein selbstständiger IT-Berater in Stuttgart mit 80.000 Euro Jahres-Einkommen und Grenzsteuersatz 42 Prozent zahlt 12.000 Euro pro Jahr in Rürup ein. Absetzbar sind 96 Prozent = 11.520 Euro. Die Steuerersparnis beträgt 4.838 Euro pro Jahr. Faktischer Netto-Aufwand: 7.162 Euro für 12.000 Euro Kapitalbildung.

Im Renteneintritt ab 2045 wird die Rente vollständig besteuert (für Renten-Beginne nach 2058 100 Prozent, davor stufenweise weniger). Der Vorteil rechnet sich, wenn der Grenzsteuersatz in der Renten-Phase niedriger ist als in der Erwerbsphase — was bei den meisten Selbstständigen mit hohem Erwerbseinkommen und niedrigerer Rente der Fall ist.

Insolvenzschutz als unterschätzter Vorteil

Für Stuttgarter KMU-Unternehmer mit unternehmerischem Risiko ist die Insolvenzfestigkeit von Rürup-Vermögen nach §851c ZPO ein zentraler Aspekt. Wer 15 Jahre lang 15.000 Euro pro Jahr in Rürup einzahlt, hat etwa 225.000 Euro angespart — und dieses Kapital ist im Krisenfall vor Pfändung geschützt. Eine vergleichbare Schicht-3-Privatrenten-Versicherung wäre Teil der Insolvenzmasse.

Die Liquiditäts-Falle

Das Korrelat: Rürup-Kapital ist nicht verfügbar. Keine Auszahlung in einer Summe (außer bis 30 Prozent zu Rentenbeginn), keine Beleihung, keine Kündigung mit Auszahlung. Wer mit 45 in eine Liquiditäts-Notlage gerät, kann das Rürup-Kapital nicht mobilisieren. Für Selbstständige mit unsicheren Einnahmen-Profilen kann das problematisch sein — die Empfehlung lautet deshalb meist, Rürup-Beiträge nicht über 15–20 Prozent des Netto-Einkommens hinaus zu wählen.

Riester für Selbstständige — der Umweg über den Ehepartner

Riester ist im Kern für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Beamte konzipiert. Selbstständige sind unmittelbar nicht förderberechtigt — es sei denn, sie waren früher Pflichtversicherte (auch durch Wehrdienst, Kindererziehung, ALG-I-Bezug).

Der Standardweg für Selbstständige: mittelbare Förderung über den sozialversicherungspflichtigen Ehepartner. Wenn der eine Ehepartner unmittelbar förderberechtigt ist (Angestellter, Beamter), kann der andere Ehepartner — also der Selbstständige — auch einen Riester-Vertrag abschließen. Notwendige Bedingung: der mittelbar förderberechtigte Ehepartner zahlt mindestens 60 Euro pro Jahr in den eigenen Riester-Vertrag ein und erhält die volle Zulagen-Förderung (175 Euro Grundzulage plus 300 Euro pro Kind, geboren ab 2008).

Für einen Stuttgarter Selbstständigen mit angestellter Ehefrau ergibt das folgenden Hebel: 60 Euro Eigen-Beitrag pro Jahr, 175 Euro Zulage. Effektive Rendite-Wirkung in den ersten Jahren über 100 Prozent — wobei die spätere Rente nachgelagert besteuert wird und die Verwaltungskosten der Riester-Verträge die Netto-Rendite drücken können.

Stuttgart-Kontext — Vorsorge-Lage in der Region

In der Beratungspraxis am Rotebühlplatz begegnen wir typischen Selbstständigen-Konstellationen:

  • IT-Berater in Stuttgart-Vaihingen oder Möhringen: Einkommen 70.000–120.000 Euro, oft mit angestellter Ehefrau. Empfehlung: Rürup als Steuerspar-Hebel, kleiner Riester über mittelbare Förderung, Schicht-3-Privatrente als Liquiditäts-Puffer.
  • Freiberufler in Heilberufen (Ärzte, Zahnärzte, Apotheker): meist Mitglied im Versorgungswerk — die berufsständische Versorgung ersetzt die DRV-Rente. Rürup eher als zusätzlicher Steuer-Hebel.
  • KMU-Geschäftsführer im Maschinenbau: oft Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH, nicht sozialversicherungspflichtig. Rürup zentral, Riester nur über Ehepartner.
  • Handwerker mit Pflicht-Versicherung in der Handwerker-Pflichtversicherung: hier greift die DRV-Pflicht für die ersten 18 Jahre. Rürup zusätzlich sinnvoll.

Bedarfsanalyse-Methodik bei Altersvorsorge-Beratung

Im Erstgespräch erfassen wir Einkommen, Familienstand, vorhandene Vorsorge (DRV-Konto, Versorgungswerk, bestehende Verträge), Liquiditäts-Anforderungen. Auf dieser Basis erstellen wir eine vergleichende Markt-Übersicht aus mehreren Gesellschaften mit Tarif-Vorschlägen für Rürup (typisch 3–5 Anbieter) und ggf. Riester (für den Ehepartner). Die schriftliche Beratungsdokumentation nach §61 VVG hält die Empfehlung fest, der Mandant entscheidet auf dieser Basis.

Die Provision für Rürup- und Riester-Verträge ist in der Versicherungs-Prämie enthalten — ein zusätzliches Honorar fällt nicht an. Vermittlerregister-Eintrag und §15-VersVermV-Erstinformation werden vor Antrags-Stellung digital übermittelt.

Was diesen Artikel begrenzt

Die konkrete Vorsorge-Strategie hängt von individuellem Einkommens-Profil, Familienstand und Liquiditäts-Bedarf ab. Was hier steht, ist die Methodik — keine konkrete Tarif-Empfehlung. Für den nächsten Schritt empfiehlt sich das kostenlose Erstgespräch mit individueller Bedarfsanalyse.

Häufige Fragen

Warum können Selbstständige Riester nicht direkt nutzen?

Riester ist nach §10a EStG primär für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Beamte konzipiert — also Personen, die in das gesetzliche Rentensystem einzahlen oder Beihilfe-berechtigt sind. Selbstständige sind in der Regel nicht versicherungspflichtig in der DRV und damit unmittelbar nicht riester-förderfähig. Mittelbar förderfähig wird ein selbstständiger Ehepartner aber, wenn der andere Ehepartner unmittelbar riester-berechtigt ist (sozialversicherungspflichtig oder Beamter). Dann kann auch der Selbstständige einen Riester-Vertrag abschließen — bekommt aber nur die Zulagen-Förderung, keinen vollen Sonderausgaben-Abzug.

Wie funktioniert die Rürup-Steuerlogik konkret?

Die Rürup-Beiträge sind 2026 zu 96 Prozent als Sonderausgaben absetzbar — der absetzbare Höchstbetrag liegt 2026 für Ledige bei 27.566 Euro, für Verheiratete bei 55.132 Euro. Im Jahr 2025 waren bereits 100 Prozent erreicht, allerdings wirkt der Korridor weiter, weil die Werte stufenweise angepasst werden. Wer als Selbstständiger 12.000 Euro pro Jahr in Rürup einzahlt, kann etwa 11.520 Euro als Sonderausgaben absetzen — bei einem Spitzensteuersatz von 42 Prozent entspricht das einer Steuerersparnis von 4.838 Euro pro Jahr. Die spätere Rente wird allerdings nachgelagert besteuert — der Besteuerungs-Anteil steigt jahrweise und erreicht für Renten ab 2058 die volle 100-Prozent-Besteuerung.

Was passiert mit dem Rürup-Vermögen bei Tod?

Rürup ist als Leibrenten-Versicherung konstruiert — das angesparte Kapital ist nicht vererbbar in dem Sinne, dass die Erben einen Auszahlungs-Anspruch hätten. Allerdings lassen sich Hinterbliebenen-Komponenten vertraglich vereinbaren: Witwen-/Witwer-Rente für den Ehepartner, Waisen-Rente für minderjährige Kinder. Diese Hinterbliebenen-Optionen werden bei Vertragsschluss festgelegt und mindern den Eigenrenten-Anspruch des Versicherten leicht. Ohne Hinterbliebenen-Vereinbarung erbt das Rürup-Kapital faktisch das Versichertenkollektiv — ein häufig unterschätzter Aspekt. Vor allem für unverheiratete Selbstständige ist die Risiko-Lebensversicherung als parallele Absicherung der Familie meist sinnvoller als hohe Rürup-Beiträge.

Lohnt sich Rürup für Selbstständige mit niedrigem Einkommen?

Mit Einschränkung. Wer als Selbstständiger weniger als 35.000 Euro pro Jahr verdient, hat einen Grenzsteuersatz unter 30 Prozent — die Sonderausgaben-Wirkung von Rürup ist dann begrenzt. Sinnvoller können in dieser Einkommens-Region private Renten-Versicherungen (Schicht 3) sein, weil sie nicht das Liquiditäts-Korsett der Rürup-Rente aufweisen (keine Verfügung über das Kapital bis Rentenbeginn). Für Selbstständige mit Einkommen über 60.000 Euro und Grenzsteuersatz im 42-Prozent-Korridor ist Rürup hingegen ein zentraler Steuersparhebel.

Welche Rolle spielt die Insolvenzfestigkeit?

Rürup-Vermögen ist gemäß §851c ZPO und §10a EStG pfändungs- und insolvenzgeschützt — bis zu definierten Höchstbeträgen. Für Selbstständige mit unternehmerischem Risiko ist das ein zentraler Vorteil gegenüber privaten Rentenversicherungen der Schicht 3, die in der Insolvenz mit zur Insolvenzmasse zählen. Wer als KMU-Unternehmer in Stuttgart über Rürup vorsorgt, hat sein Altersvorsorge-Kapital damit im Krisenfall geschützt — auch wenn die Liquiditäts-Bindung bis Rentenbeginn das Korrelat ist.

Wie kombinieren Stuttgarter Selbstständige Rürup und Riester?

Bei verheirateten Selbstständigen mit sozialversicherungspflichtigem Ehepartner ist die Kombination Standardfall: Der angestellte Ehepartner schließt einen Riester-Vertrag mit voller Zulagen-Förderung und Sonderausgaben-Abzug, der Selbstständige nutzt Rürup für den Steuerspar-Effekt im eigenen Einkommen. Über die mittelbare Riester-Berechtigung erhält der Selbstständige zusätzlich einen kleinen Riester-Vertrag (typischerweise 60 Euro Jahres-Beitrag für volle 175-Euro-Zulage). Eine schriftliche Bedarfsanalyse nach §61 VVG quantifiziert die optimale Beitragsverteilung.

Über den Autor

Ebubekir Asci ist Versicherungsvermittler nach §34d Abs. 1 GewO mit Tarif-Auswahl aus mehreren Versicherungsgesellschaften für Privat und Gewerbe. Tätig in Stuttgart seit 2020, über 600 betreute Mandanten. Die Provision ist bereits in Ihrer Versicherungsprämie enthalten — der Beitrag ist identisch zum Direkt-Abschluss beim Versicherer. Kein zusätzliches Honorar. Mehr zum Berater.

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